Programm und Projekte

Altersrenten

Das Rentenprogramm war die erste Aktivität von Kwa Wazee im Jahr 2003. Das Ziel bestand darin, die extreme Armut unter älteren Menschen zu verringern, indem Menschen ab 65 Jahren eine monatliche Bargeldauszahlung von 15 000 Tansania-Schilling (ca. 5 CHF im September 2026) und betreuten Enkelkindern eine Auszahlung von 7500 Tansania-Schilling gewährt wurde. Die Renten werden jeweils an den sogenannten «Pay Days» in den Gemeinden ausgehändigt. Im Jahr 2025 hat Kwa Wazee über den Rentenfonds 767 ältere Frauen und ältere Männer sowie 72 unterhaltsberechtigte Kinder unterstützt. Die kleinen Beträge erhöhen das verfügbare Haushaltsgeld um fast 80 Prozent. Dadurch wird eine vielseitigere Ernährung ermöglicht, es können mehr Produkte des täglichen Bedarfs (Seife, Öl, Reis etc.) gekauft werden und ein besserer Schutz in Krisensituationen ist gewährleistet. Zudem verbessert sich das psychische Wohlbefinden markant und die physische Gesundheit stabilisiert sich zumindest. Wer eine Rente erhält, gewinnt an Ansehen und Achtung innerhalb der Familie und der Dorfgemeinschaft. Zudem gewähren die lokalen Läden eher Kredite. Kinder, die in unterstützten Haushalten leben, müssen weniger harte Arbeit leisten und haben mehr Zeit zum Spielen. Auch ihre Bildungschancen verbessern sich. Im Jahr 2016 führte Kwa Wazee in zwei Dörfern eine universelle Rente ein, um die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse in die nationale Diskussion zur Einführung einer staatlichen Sozialrente einfliessen zu lassen. 2024 waren noch 112 Frauen und 58 Männer Teil des Pilotprojekts. Der halbautonome Teilstaat Sansibar zahlt seit 2017 allen über 70-Jährigen eine monatliche Grundrente von 20 000 Tansania-Schilling. Die Datenerhebungen aus den beiden kleinen Dörfern haben deshalb an Relevanz eingebüsst.

Pension Day
Die im Jahr 2012 von Jana Borchard, Lara Kirch und Lisa Ronneburger an der Philipps-Universität Marburg durchgeführte Evaluation des Rentenprogramms anhand des Capability-Approaches von Amartya Sen zog folgendes Fazit: «Das Social Cash Transfer Plus Programm der Nichtregierungsorganisation Kwa Wazee in Nshamba hat einen stark positiven Einfluss auf das Leben der RentenempfängerInnen sowie indirekt auch auf das Leben ihrer Enkelkinder. Wie bereits in der 2008 durchgeführten Evaluation festgestellt werden konnte, unterstützen die Rentenzahlungen die Verwirklichungschancen des physischen Wohlbefindens, wie beispielsweise Nahrung, Unterkunft und Kleidung, und tragen zur Befriedigung der materiellen Grundbedürfnisse bei. Während die Social Cash Transfers die Grossmütter und Grossväter bei der Sicherstellung ihrer Grundbedürfnisse unterstützen, dienen Pss-Light-Aktivitäten (Nachbarschaftsgruppen) der Verstärkung des Human- und Sozialkapitals der alten Menschen, was das Programm besonders nachhaltig macht. Es ist kein weiteres Projekt bekannt, was dieses ‚Plus‘ bislang umsetzt.»
Gesundheit

Kwa Wazee führt in Zusammenarbeit mit staatlichen Gesundheitseinrichtungen regelmässig Untersuchungen zu nicht übertragbaren Krankheiten bei älteren Menschen in den Bezirken durch. Dabei wird bei durchschnittlich 40 % der untersuchten Personen ein deutlich erhöhter Blutdruck festgestellt, einige von ihnen leiden zudem an Lähmungen oder Gesichtsasymmetrien. In den regenreichen Monaten wird bei vielen älteren Menschen Malaria diagnostiziert. Sie werden medikamentös behandelt und über Präventionsmassnahmen aufgeklärt. Häufig treten ausserdem muskuloskelettale Beschwerden wie Knie-, Rücken- oder Hüftschmerzen auf. Kwa Wazee engagiert sich auch für die augenmedizinische Versorgung. Es werden regelmässig Sehhilfen ausgegeben und Medikamente verteilt. Im Krankenhaus von Ndolage werden zudem regelmässig Kataraktoperationen für ältere Menschen durchgeführt. Im vergangenen Jahr organisierte Kwa Wazee Fortbildungen für Gesundheitshelfer:innen in lokalen Gesundheitseinrichtungen (Dispensaries), um deren Kenntnisse in der Altenmedizin aufzufrischen und neue Fachkräfte zu qualifizieren. 

kataraktoperationen

In mehreren Bezirken initiierte Kwa Wazee ausserdem die Gründung von Sportklubs für ältere Menschen, um körperliche Aktivität in den Gemeinden zu fördern. Diese Klubs tragen zur Verbesserung von Fitness und geistigem Wohlbefinden bei und vermitteln Ressourcen sowie Wissen, um die Rechte und das Wohlbefinden älterer Menschen zu stärken.

Psychosoziale Support-Gruppen

Das Rentenprogramm war die erste Aktivität von Kwa Wazee im Jahr 2003. Das Ziel bestand darin, die extreme Armut unter älteren Menschen zu verringern, indem Menschen ab 65 Jahren eine monatliche Bargeldauszahlung von 15 000 Tansania-Schilling (ca. 5 CHF im September 2026) und betreuten Enkelkindern eine Auszahlung von 7500 Tansania-Schilling gewährt wurde. Die Renten werden jeweils an den sogenannten «Pay Days» in den Gemeinden ausgehändigt. Im Jahr 2025 hat Kwa Wazee über den Rentenfonds 767 ältere Frauen und ältere Männer sowie 72 unterhaltsberechtigte Kinder unterstützt. Die kleinen Beträge erhöhen das verfügbare Haushaltsgeld um fast 80 Prozent. Dadurch wird eine vielseitigere Ernährung ermöglicht, es können mehr Produkte des täglichen Bedarfs (Seife, Öl, Reis etc.) gekauft werden und ein besserer Schutz in Krisensituationen ist gewährleistet. Zudem verbessert sich das psychische Wohlbefinden markant und die physische Gesundheit stabilisiert sich zumindest. Wer eine Rente erhält, gewinnt an Ansehen und Achtung innerhalb der Familie und der Dorfgemeinschaft. Zudem gewähren die lokalen Läden eher Kredite. Kinder, die in unterstützten Haushalten leben, müssen weniger harte Arbeit leisten und haben mehr Zeit zum Spielen. Auch ihre Bildungschancen verbessern sich. Im Jahr 2016 führte Kwa Wazee in zwei Dörfern eine universelle Rente ein, um die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse in die nationale Diskussion zur Einführung einer staatlichen Sozialrente einfliessen zu lassen. 2024 waren noch 112 Frauen und 58 Männer Teil des Pilotprojekts. Der halbautonome Teilstaat Sansibar zahlt seit 2017 allen über 70-Jährigen eine monatliche Grundrente von 20 000 Tansania-Schilling. Die Datenerhebungen aus den beiden kleinen Dörfern haben deshalb an Relevanz eingebüsst.

Pension Day
Die im Jahr 2012 von Jana Borchard, Lara Kirch und Lisa Ronneburger an der Philipps-Universität Marburg durchgeführte Evaluation des Rentenprogramms anhand des Capability-Approaches von Amartya Sen zog folgendes Fazit: «Das Social Cash Transfer Plus Programm der Nichtregierungsorganisation Kwa Wazee in Nshamba hat einen stark positiven Einfluss auf das Leben der RentenempfängerInnen sowie indirekt auch auf das Leben ihrer Enkelkinder. Wie bereits in der 2008 durchgeführten Evaluation festgestellt werden konnte, unterstützen die Rentenzahlungen die Verwirklichungschancen des physischen Wohlbefindens, wie beispielsweise Nahrung, Unterkunft und Kleidung, und tragen zur Befriedigung der materiellen Grundbedürfnisse bei. Während die Social Cash Transfers die Grossmütter und Grossväter bei der Sicherstellung ihrer Grundbedürfnisse unterstützen, dienen Pss-Light-Aktivitäten (Nachbarschaftsgruppen) der Verstärkung des Human- und Sozialkapitals der alten Menschen, was das Programm besonders nachhaltig macht. Es ist kein weiteres Projekt bekannt, was dieses ‚Plus‘ bislang umsetzt.»
Gesundheit

Kwa Wazee führt in Zusammenarbeit mit staatlichen Gesundheitseinrichtungen regelmässig Untersuchungen zu nicht übertragbaren Krankheiten bei älteren Menschen in den Bezirken durch. Dabei wird bei durchschnittlich 40 % der untersuchten Personen ein deutlich erhöhter Blutdruck festgestellt, einige von ihnen leiden zudem an Lähmungen oder Gesichtsasymmetrien. In den regenreichen Monaten wird bei vielen älteren Menschen Malaria diagnostiziert. Sie werden medikamentös behandelt und über Präventionsmassnahmen aufgeklärt. Häufig treten ausserdem muskuloskelettale Beschwerden wie Knie-, Rücken- oder Hüftschmerzen auf. Kwa Wazee engagiert sich auch für die augenmedizinische Versorgung. Es werden regelmässig Sehhilfen ausgegeben und Medikamente verteilt. Im Krankenhaus von Ndolage werden zudem regelmässig Kataraktoperationen für ältere Menschen durchgeführt. Im vergangenen Jahr organisierte Kwa Wazee Fortbildungen für Gesundheitshelfer:innen in lokalen Gesundheitseinrichtungen (Dispensaries), um deren Kenntnisse in der Altenmedizin aufzufrischen und neue Fachkräfte zu qualifizieren. 

kataraktoperationen

In mehreren Bezirken initiierte Kwa Wazee ausserdem die Gründung von Sportklubs für ältere Menschen, um körperliche Aktivität in den Gemeinden zu fördern. Diese Klubs tragen zur Verbesserung von Fitness und geistigem Wohlbefinden bei und vermitteln Ressourcen sowie Wissen, um die Rechte und das Wohlbefinden älterer Menschen zu stärken.